Die Geschichte des Dorfes Mittelgründau

Aus den Aufzeichnungen der „Kirche auf dem Berg“

Das alte Centgericht erscheint zuerst im Jahre 1217 unter dem Namen „Grinda“.
Im Jahre 1219 nennt sich die Ansiedlung Mittelgründau „Grinda media“ und 1268 taucht der Name „Grindaha“ auf. (Hier folgt in der Geschichtsschreibung der Kirche eine große Lücke).
1620 wird ein Friedhof angelegt und eine Kapelle gebaut, in der die Predigten abgehalten wurden. Die Kapelle wurde 1889 abgebrochen und das Abbruchmaterial, wie Steine und Holz, an den Krämer Konrad Noß verkauft, der sich daraus ein Haus baute.

Zahlreiche Auswanderungen

Etwa um 1760 wanderte eine Familie nach Brasilien aus. Gleichzeitig fand eine große Auswanderung nach Amerika statt. Aus dem gesamten „Kirchspiel auf dem Berg“ zu dem noch die Dörfer Lieblos, Rothenbergen Roth Niedergründau und Gettenbach gehörten, waren es rund 800 Auswanderer , von denen man aus Mittel-Gründau etwa 80 bis 100 Auswanderer rechnen muß, die nach Nord-Amerika auswanderten. Mehrere Familien wanderten nach Rußland aus.
Seit 1743 besitzt Mittel-Gründau eine Schule. Im jahre 1766 wohnten noch 38 Familien in Mittelgründau. Aus dem Jahre 1864 wird eine Schulkinderzahl von 102 berichtet. Da die Einwohnerzahl der Gemeinde im angegebenen Jahre 614 Evangelische, 4 Katholische und 5 Juden betrug, erscheint die Zahl der Schulkinder sehr hoch.

Schreibänderung der Dorfbezeichnung

1864 hatte Mittelgründau 98 Häuser. In diesem Jahre schrieb der amtierende Pfarrer der Kirche auf dem Berg folgende Geschichte nieder: Mittelgründau mit einem gräflich Ysenburgisch-Meerholzischen Hofgut, ½ von dem Berg , 1½ Stunden von Büdingen, eine Großherzoglich - Hessische - Fürstlich Ysenburgische Gemeinde.
- Als vor einigen Jahren die Rechtschreibung von Ortsnamen im Großherzogtum bestimmt wurde, wurde verordnet: Nicht Mittelgründau, sondern „Mittel-Gründau„ zu schreiben.
Diese Gemeinde hieß bis zum 30jährigen Kriege „Buchen“ und liegt an einem kleinen Bache. , fünf Minuten von der Gründau. Auf der anderen Seite des Baches lag Mittel-Gründau, eine kleine anzahl zerstreut liegender Ökonomiegebäuden.. Dieses Mittel-Gründau gehört zum Gericht „Grinda“ und beerdigte seine Toten auf dem Berg. Von dieser Zeit an wurde das Dorf „Buchen“ - „Mittel-Gründau“ genannt, auch „Mittelgründau an den Buchen“ oder „Mittelgründau der Buchen“.


 
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